Hüftarthroskopie:




Arthroskopische Anatomie:

Für die Arthroskopie wird das Hüftgelenk durch das Labrum acetabulare in einen oberflächlichen und einen tiefen Gelenkbereich unterteilt (s. Abb. 1). Der oberflächliche Anteil besteht aus den Schleimhauttaschen des Gelenks, die von der Pfannenaußenseite bis zur Intertrochantärregion reichen und somit den Schenkelhals, die knorpelfreien und nichtbelasteten knorpeligen Femurkopfanteile bis zum Labrum acetabulare beinhalten. Als Landmarken dienen inbesondere die medial über das Collum ziehende Plica pectineofoveale (s. Abb. 2) und die den Schenkelhals zirkulär umgreifende Zona orbicularis. Seltener sind ventral und lateral weitere Plicae vorhanden. Die tiefen Gelenkanteile liegen direkt zwischen azetabulärer und femoraler Gelenkfläche und sind mit Ausnahme der Fossa acetabuli und der Fovea mit Knorpel überzogen. Die Knorpelflächen haben hier direkten Kontakt zueinander, so daß die Inspektion dieses Bereiches nur durch kräftigen Zug am Bein möglich ist. Erst dann können die hufeisenförmige Facies lunata, die Fossa acetabuli, das Labrum acetabulare, das Lig. capitis femoris und die Belastungszonen des Femurkopfes eingesehen werden (s. Abb. 3 u. 4).  


Abb. 1:



Abb. 2: 
 



Abb. 3:
 



Abb. 4:
 




Technik:

Die Hüftarthroskopie wird auf dem Extensionstisch in Rücken- oder Seitenlage durchgeführt. Im ersten Teil der Operation wird ohne Zug der oberflächliche Gelenkanteil arthroskopiert, im zweiten Teil unter Traktion mit 20-30 kg das tiefe Kompartiment. Bevorzugt werden paratrochantäre, der laterale und anterolaterale Portale, seltener werden Instrumente und Arthroskop über ein anteriores u. posterolaterales Portal eingeführt. Zur Anwendung kommen neben dem Standard-4mm-Arthroskop besondere überlange Arthroskope, die über einen Arbeitskanal verfügen, sowie überlange Hand- und motorbetriebene Instrumente.



Indikation:

Die Indikation zur Hüftarthroskopie wird in folgenden Fällen gestellt:

Koxarthrose: Die Indikation zur Hüftarthroskopie bei einer Koxarthrose sollte insbesondere bei Patienten mit einer kürzlich zurückliegenden Schmerzexazerbation, dem klinischen Verdacht auf eine besondere intraartikuläre Pathologie (Einklemmungen, plötzlich einschießende und messerartige Schmerzen in der Leiste, positiver Impingementtest, Apprehensiontest und Trochanterirritationstest) gestellt werden. Voraussetzung für die Arthroskopie ist ein radiologisch noch ausreichend weiter Gelenkspalt ohne größere Kragenosteophyten.

Hüftdysplasie

Schenkelhalsanomalien: idiopathische Coxa antetorta, Coxa valga, Coxa vara congenita

Erkrankungen der Gelenkschleimhaut: entzündlichen Koxitiden, bei der synovialen Chondromatose und pigmentierten villonodulären Synovitis

Entfernung freier Körper z.B. bei der synovialen Chondromatose


Labrumläsionen

Freie Körper

Pipkin-Frakturen, Pfannenrandabbrüche

Eitrige Koxitis

Unklare Hüftschmerzen



Forschung:

Die Hüftarthroskopie gehört zu den Schwerpunkten unserer experimentellen und klinischen Forschung. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Anatomie und der Arbeitsgemeinschaft für Kernspintomographie werden Lagerungstechniken optimiert, die präoperative Diagnostik durch neue Untersuchungsverfahren wie die MR-Arthrographie ergänzt, das operative Vorgehen standardisiert und neue Instrumente und Arthroskope getestet.  



Planung:

Zur Vorstellung in unserer Spezialsprechstunde mittwochs von 12:00 bis 15 Uhr bitten wir um telefonische Voranmeldung unter 06841-1624520. Die Dauer des stationären Aufenthaltes zur Hüftarthroskopie, die in unserer Klinik nicht ambulant durchgeführt wird, beträgt in der Regel  3-4 Tage. Sofern keine knorpelregenerierenden Maßnahmen durchgeführt werden, empfehlen wir nach einer 3-tägigen Entlastungsphase einen zügigen Belastungsaufbau. In der Regel kann der Patient nach 1 Woche ohne Gehstützen laufen.  

Ansprechpartner:

Dr. med. Oliver Steimer