Hüftendoprothetik

Die Klinik bietet das gesamte Spektrum der rekonstruktiven Hüftchirurgie. Dies umfasst die minimalinvasive arthroskopische Behandlung beginnender Arthrosen unter vorläufiger Vermeidung eines künstlichen Gelenkes sowie ein vollständiges Spektrum der Versorgung mit künstlichen Gelenken. Die höchstmögliche Sicherheit für den Patienten wird durch Verwendung erprobter Systeme erreicht. Der Einsatz knochensparender Implantate zur Erleichterung etwaiger später nötiger Revisionseingriffe und die Mitentwicklung neuer Hüftsysteme auf internationalem Niveau kennzeichnen das Prothesenangebot. Bei guter Knochenbeschaffenheit kommt je nach Form des Oberschenkelknochens und des Beckens das zementlose Titanimplantat mit Hydroxylapatitbeschichtung Typ IMAGE® (Smith & Nephew) optimal angepasst an die Anatomie des mitteleuropäischen Patienten im mittleren Lebensalter (Abb. 1) oder das zementlose Titanimplantat Typ Bicontact® (Fa. Aesculap) (Abb. 2) zum Einsatz. Beckenseitig wird mit dem einfach und schonend zu implantierenden Titanschraubring Typ SC (Fa. Aesculap) (Abb. 3) oder mit einer sogenannten Pressfitpfanne Typ Reflection (Fa. Smith & Nephew) (Abb. 4) ebenfalls einem Titanimplantat versorgt. Als Gleitpaarung wird Keramik/Polyaethylen, der derzeit beste Kompromiss aus geringem Abrieb und Sicherheit für den Patienten gewählt. Im höheren Lebensalter in dem die Abriebproblematik keine entscheidende Rolle mehr spielt, wird auf die gänzlich bruchsichere Kombination Polyaethylen/Metall zurückgegriffen. Für schlechtere Knochenqualität sind sowohl für den Oberschenkelknochen als auch beckenseitig zementierbare Systeme vorhanden. Die Zementierung erfolgt dabei in der Zementiertechnik der III. Generation unter Vakuumanmischung und Vorkompression, was einen Zementmantel höchster Qualität garantiert. Für ausgewählte Fälle als minimale Lösung wird der Hüftkopfersatz durch die Oberflächenersatzprothese nach Mc Minn (Fa. MMT) (Abb. 5) angeboten.

Für den Revisionseingriff am Hüftgelenk ist die Klinik instrumentell und vom Prothesensortiment ebenfalls vollständig ausgestattet. Meistverwendete Implantate sind der modulare auf die jeweilige Situation einstellbare Titanprothesenstiel Typ MP® (Fa. Link) (Abb. 6) sowie verschiedene Verstärkungsringe für die Beckenseite. Die klinikeigene Knochenbank erlaubt den Ersatz verloren gegangener Knochensubstanz durch hygienisch unbedenklichen hitzeinaktivierten Spenderknochen. Die Entfernung vorhandener Prothesenkomponenten und vorhandenen Zementes kann nötigenfalls schonend mit dem Hochtourenfrässystem Midas-Rex® erfolgen.

Durch die dem Klinikdirektor direkt unterstellte Abteilung für Physiotherapie ist eine adäquate und qualifizierte postoperative Nachbehandlung garantiert. Die Durchführung endoprothetischer Eingriffe in zwei speziell ausgestatteten Operationsräumen, mit Ganzkörperschutzanzügen des Operationsteams und Atemluftabsaugung (Abb. 7), sorgt für eine maximale Reduzierung der Luftkeimzahl in den Operationsräumen.
Abbildung 8 zeigt abschliessend die Situation einer Hüfte im Röntgenbild vor und nach endoprothetischer Versorgung (hier mit einem Bicontact-Schaft und einem Schraubring SC).



Abb. 1 IMAGE® - Titan Prothesenstiel mit Hydroxylapatitbeschichtung im oberen Anteil, anatomischer Form und idealisierterer Halsgeometrie zur Vergrößerung des Bewegungsspielraumes.





Abb. 2 Bicontact® - Titan - Prothesenstiel, unzementiert

medizinischer Stahl, zementiert







Abb. 3 HüftpfanneTitanschraubring Typ SC® (Fa. Aesculap)

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Abb. 4 Pressfitpfanne Typ Reflection® (Fa. Smith & Nephew)





Abb. 5 Oberflächenersatzprothese nach Mc Minn





Abb. 6 Mit modularem Hüftprothesensystem MP® versorgter Patient bei dem das erste Implantat ausgewechselt werden musste. (Röntgenresultat)

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Abb. 7 Arbeiten unter Reinraumbedingungen.





Abb. 8 Röntgenbild vor und nach endoprothetischer Versorgung mit einem Bicontact-Schaft und einem Schraubring SC®