Knieendoprothetik:

Falls gelenkerhaltende Maßnahmen nicht mehr in Frage kommen bietet die Klinik das vollständige Spektrum des endoprothetischen Ersatzes am Kniegelenk. Ist die Erkrankung noch auf eine Gelenkhälfte beschränkt kommt die monokondyläre Schlittenprothese Typ Miller Galante (Fa. Zimmer) Abb. 1, zum Einsatz. Die Komponenten dieser Prothese werden mit Zement am Knochen verankert. Sie sind so ausgelegt, dass sehr wenig Knochen zum Einbau reseziert werden muss. Das Miller Galante System ist eines der wenigen Systeme für das weltweit gute 10 Jahresresultate vorliegen. Die meisten Kniegelenkarthrosen werden mit dem modularen kondylären Knieprothesensystem Typ INTERAX® (Fa. Stryker Howmedica) behandelt Abb. 2. Angepasst an die jeweilige Situation wird aus dem INTERAX – Sortiment die individuell am besten passende Prothese von Funktion und Größe her ausgewählt. Für das System INTERAX steht sowohl ein Prothesenmodell mit fixiertem Polyethylenplateau als auch ein System mit sogenanntem mobilem oder Gleitplateau zur Verfügung. Bei erheblichen Deformitäten wird die sogenannte posterior stabilisierte Version verwandt, die auch bei Opferung des hinteren Kreuzbandes Stabilität und gute Beweglichkeit garantiert. Da alle Systeme gegenseitig kompatibel sind hat der Operateur intraoperativ freie Hand, das in der jeweiligen Situation am besten geeignete Implantat zu wählen. Schwerste Fehlformen beim älteren Patienten erfordern in Einzelfällen den Einsatz einer totalen in sich stabilen Knieendoprothese die auf Gelenkkapsel oder Bänder des Patienten nicht mehr angewiesen ist. Dafür verwenden wir das System GSB (Fa. Centerpulse).

Für Revisionseingriffe bei gelockerter Knieendoprothese bietet INTERAX eine Revisionsoption an, längere Prothesenstiele, zusätzliche Metallkomponenten zur Verstärkung der Standardkomponenten und spezielle Ausricht- und Einbausysteme erlauben damit die Beherrschung von Defektsituationen, Abb. 3. Die Befestigung der Knieendoprothesen am Knochen erfolgt ausschließlich mit Zement, da diese Form nach gegenwärtigem Stand unseres Wissens die sicherste Voraussetzung für einen einwandfreien, problemlosen Einbau darstellt. Zementlose Systeme sind in der Knieendoprothetik im Gegensatz zur Hüftendoprothetik nicht von Vorteil, beinhalten aber in manchen Fällen das Risiko einer fehlenden Verbindung zum Knochen und damit einer Frühlockerung.

Abbildung 4 zeigt abschliessend die Situation eines Knies im Röntgenbild nach endoprothetischer Versorgung (hier mit einem Interax Standard-Knie).



Abb. 1 Monokondyläres Knieendoprothesen System Typ Miller Gallante





Abb. 2 INTERAX Standardknieendoprothesensystem mit Ersatz aller Gelenkoberflächen jedoch Erhalt von hinterem Kreuzband, Seitenbändern und Gelenkkapsel





Abb. 3 INTERAX Revisionssystem zur Beherrschung von Knochendefekten bei Austauschoperationen (Röntgenresultat).





Abb. 4 Röntgenbild ap und seitlich nach endoprothetischer Versorgung mit einem Interax Standard-Knie