Die orthopädische Tumorsprechstunde


Ambulanzzeiten: Mittwoch 8°°-10°° Uhr

(nur nach Terminvereinbarung über den Ambulanzschalter 06841-16-24520)


Organisation

Ein Tumor kann gutartig oder bösartig sein. Die Unsicherheit, ob ein Tumor gutartig oder bösartig ist, kann oft sehr belastend sein. Die orthopädische Tumorsprechstunde befaßt sich mit gutartigen oder bösartigen Neubildungen der Knochen oder Weichteile. Wir sind auf die Diagnose und Behandlung solcher Tumoren spezialisiert. Unser Ziel ist, in kürzester Zeit den Tumor zu diagnostizieren. Hierzu finden zu jedem Patienten ausführliche Beratungen zwischen den behandelnden Orthopäden und weiteren, besonders spezialisierten Ärzten der Universitätskliniken des Saarlandes statt. Bei diesen Ärzten handelt es sich um Kollegen aus der Radiologischen Klinik (zur Interpretation der Röntgen-, CT und MRT-Bilder) dem Institut für Pathologie (zur histologischen Diagnose des Tumors), der Klinik für Nuklearmedizin (zur Interpretation von Szintigrammen), der Klinik für Strahlentherapie (zur Strahlentherapie), der hämatologisch-onkologischen Klinik (zur Chemotherapie), der Klinik für Kinderonkologie (zur Behandlung junger Patienten) und gegebenenfalls um externe Spezialisten. Zur genauen histologischen Sicherung der Diagnose ist oftmals eine Biopsie erforderlich. Durch diese Teamarbeitsweise sind wir in der Lage, für jeden Patienten einen individuellen, detaillierten Behandlungsplan nach dem neuesten Stand der klinischen Erkenntnisse zu erstellen.


Gutartige oder bösartige Neubildung ?

Knochentumoren und Tumoren der Weichteile sind selten. Trotz großer Fortschritte der Zell- und Molekularbiologie ist die Ursache der meisten Knochentumoren und Tumoren der Weichteile weiterhin unbekannt. Die Gruppe der Knochen- oder Weichteiltumoren setzt sich aus sehr unterschiedlichen Typen zusammen. Jeder einzelne Knochen- oder Weichteiltumor hat eine bestimmte Verhaltensweise und muß individuell behandelt werden. Knochentumoren und Tumoren der Weichteile werden nach ihrem zellulären Typ und ihrer Fähigkeit, sich im Körper auszusäen (zu metastasieren) unterteilt. Gutartige Knochen- oder Weichteiltumoren metastasieren nicht, bösartige Knochen- oder Weichteiltumoren metastasieren.

Häufig auftretende gutartige Knochentumoren sind das Enchondrom, die multiple Enchondromatose, die kartilaginäre Exostose (auch Osteochondrom genannt), der fibröse Kortikalisdefekt und das nichtossifizierende Fibrom, die fibröse Dysplasie, die Knochenzyste, die aneurysmatische Knochenzyste, das Osteoid-Osteom, das Osteoblastom, das Chondroblastom und das Chondromyxoid-Fibrom.

Häufig auftretende gutartige Tumoren der Weichteile sind das Lipom, das Hämangiom, das Fibrom und die Fibromatose, das Neurofibrom und die Neurofibromatose, die pigmentierte villonoduläre Synovialitis (PVNS), die Myositis ossificans, Ganglien oder synoviale Zysten.


Behandlung

Gutartige Knochentumoren und Tumoren der Weichteile können ausheilen oder sollten über Jahre hinweg beobachtet werden. Wenn sie spezielle Symptome zeigen, können sie durch oftmals kleine chirurgische Eingriffe behandelt werden.

Häufig auftretende bösartige Knochentumoren sind das Osteosarkom, das Chondrosarkom, das maligne fibröse Histiozytom des Knochens, das Ewing-Sarkom, das maligne Lymphom des Knochens, das multiple Myelom sowie die weitaus häufiger auftretenden Knochenmetastasen anderer Tumorerkrankungen.

Häufig auftretende bösartige Tumoren der Weichteile (Sarkome) sind das Liposarkom, das maligne fibröse Histiozytom (MFH), das Fibrosakcom, das Synovialsarkom, das Leiomyosarkom, das Rhabdomyosarkom und das Angiosarkom.

Bösartige Knochentumoren und Tumoren der Weichteile sind relativ selten. Sie erfordern oftmals eine kombinierte Behandlung, welche aus dem chirurgischen Eingriff zur Entfernung des Tumors, einer Chemotherapie und Strahlentherapie besteht. Früher bedeutete der chirurgische Eingriff oftmals eine Amputation. Heute können oftmals die Arme und Beine auch bei vollständiger Entfernung des bösartigen Gewebes in den meisten Fällen und insbesondere bei frühzeitiger Operation erhalten werden.